SEO-united.de stellte vor einigen Tagen fest, der “SEO-Goldrausch” sei nun vorbei.

Alex Sczakiel sagt da, daß einerseits die On-the-Page-Optimierung heute oftmals bereits durch professionelles Webdesign auf der Basis von Content Management Systemen erledigt wird. Da gäbe es nicht mehr viel zu tun. Dem stimme ich voll zu. Andererseits – Off-the-Page-Optimierung würde, so Sczakiel, quasi durch Social Media Optimization übernommen. Das sehe ich genauso – aber hier wird’s sehrs interessant: Ich bin froh, dass  die Diskussion um das Verhältnis von Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Social Media Optimization (SMO) an so prominenter Stelle ein weiteres Mal aufgegriffen wurde. Diesmal sachlich und ohne gegenseitige Beschimpfungen! Zur Erinnerung: Wir hatten bereits Ende 2007 mit einem inhaltlich ähnlich gelagerten, stark polarisierenden  Interview für die Wirtschaftswoche, die Diskusssion zum Thema SEO vs. SMO angefacht. Damals schlug uns von Ayom bis Abakus emotional gefärbte Ablehnung entgegen. Sachliche Argumente, die die steigende Bedeutung von SMO widerlegt hätten, gab es kaum. Allerdings, weitsichtige Fachleute, wie der  PR-Blogger Klaus Eck, griffen bereits damals das Thema auf.

Hierzu nochmals einige Gedanken zu Thema Das  Verhältnis von SEO zu SMO, je nachdem wie es gesehen wird, drückt  nicht die Überlegenheit des einen Verfahrens gegenüber dem anderen aus. Die Relation ist beim gegenwärtigen Stand der noch nicht abgeschlossenen wissenschaftlichen Diskussion doch eher Ausdruck unterschiedlicher Perspektiven. Meine gegenwärtige Perspektive ist geprägt von der Annahme, dass Kommunikation in einem großen Netzwerk zunächst als sozialer Prozess aufzufassen ist. Zu Zwecken des Online – Marketing ist dieser Prozess auf ein bestimmtes Kommunikationsziel hin zu optimieren. Diese Optimierung unterliegt unterschiedlichsten Einflüssen – von denen manche z.B.  durch die Optimierungsregeln nach Bhargava andere wiederum nach den Regeln der SEO beeinflussbar sind.  Wichtig ist, dass sie gemeinsam auf den Prozess einwirken.

Ich meine dass SMO starke Auswirkungen auf SEO hat. Dies zeigt die  Vernetztheit der Abläufe. SEO hat ebenso Rückwirkungen auf SMO: SERPs können per Mashup in Social Network- Portalen erscheinen und darüber den sozialen Prozess beeinflussen.
Zur Frage „SEO- Ende des Goldrauschs“: SEO durchlief eine Reihe von Entwicklungsschritten, die ihrerseits eng an die technische Entwicklung der Suchmaschinen  und die algorithmische Evolution der Verfahren gekoppelt waren. Und ich meine, dass wir hier nunmehr einen Zwischenschritt erreicht haben, der im Sinne  der  „Negation der Negation“ eine neue Qualität hervorbringen muss. Also – einfach ausgedrückt – ich meine „Ende“ muss nicht „Schluss“  heissen, sondern „Abschluss“ vor dem nächsten Schritt.
Worin könnte also der nächste Schritt der SEO- Entwicklung bestehen? Lasst mich nur einen einzigen wichtigen Gesichtspunkt beleuchten: Gegenwärtige implementierte Algorithmen berücksichtigen m.E. die Semantik nur eingeschränkt. Trotz langjähriger Forschungen ist es nicht gelungen, praktikable Verfahren bereitzustellen. Einerseits mangelt es an handhabbaren Ontologien andererseits an entsprechenden Modellen. Neueste Entwicklungen aus dem WEB 2.o scheinen aber zu interessanten Lösungen zu führen. Über das Tagging verbinden User ihre eigene Semantik mit Objekten. Der soziale Prozess führt dann u.a. zur Herausbildung von Folksonomies. Diese Folksonomies kombiniert mit algorithmischer Suche können in der Tat zu einer Form der semantischen Suche führen. Denken wir nur daran, dass Audio- und Video- Inhalte m.E. nur durch Metadaten, z.B. Tags, beschreibbar sind. Die momentan noch eingeschränkte Nutzung von Tagging und Social Bookmarking, insbesondere im europäischen Bereich, ändert nichts am Prinzip.
Ist SMO geeignet ist, Verkäufe zu generieren? –  Es liegen empirische Ergebnisse vor, die bestätigen, dass SMO  durchaus Käuferverhalten beeinflusst. Denken wir doch beispielsweie an die Rezensionen bei Amazon – ein klassisches Beispiel dafür, dass mit SMO (hier Aufbau von Digital Reputation) der Verkauf beeinflusst wird.
Ist es für Unternehmen weiterhin wichtig, bei Google oben zu stehen? Natürlich – Aber: Zweifellos generiert SMO  zusätzlichen Traffic für Portale. Die  Volumina dieser zusätzlichen Datenaufkommen  steigen seit einiger Zeit und werden sich auch in Zukunft weiter erhöhen. Doch eine Verlagerung der Online- Marketing- Aufwände von SEO hin zu SMO wird stattfinden. Daher wird es für Unternehmen immer weniger wichtig ……. hauptsächlich oder allein  in die Suchmaschinenpositionierung zu investieren. Eine Verschiebung der Budgets hin zu Social Media Marketing zeichnet sich ab. Dass die Suchmaschinenposition dennoch außerordentlich wichtig bleibt, versteht sich von selbst.
Screenshot von socialtext.net

Screenshot von socialtext.net

Bücher schreibt man nicht mehr im stillen Kämmerlein! Schon gar nicht, wenn zwei Autoren den Text gemeinsam verfassen und zusätzlich mehrere Studenten zuarbeiten. Neben Face-to-Face-Meetings, die natürlich immer viel Spaß gebracht haben, benötigten wir ein Web-basiertes Groupware- Tool, also eine geeignete Anwendung der rechnerbasierten Gruppenarbeit, um die Inhalte des Buches zusammenzubringen, zu überarbeiten und miteinander in Verbindung zu bleiben. Denn, zwar arbeiten wir beide in Bielefeld und das gar nicht so weit voneinander entfernt. Doch war die Zeit  für Meetings immer knapp. Daher brauchten wir technische Unterstützung.

Wir versuchten es zunächst mit Google Docs. Die Anwendung unterstützt Zusammenarbeit recht gut. Doch als die Dokumente größer wurden, schien das System nicht mehr zuverlässig zu arbeiten. Unnötig zu sagen, dass die Formatierungsmöglichkeiten nicht ausreichten.

Über fast die ganze Dauer des Schreibens hinweg setzten wir schließlich ein Wiki- System ein: Socialtext. Socialtext unterstützte die Gruppenarbeit, auch für ein Team mit mehr als zwei Personen hervorragend.  Allerdings war auch hier die Grösse der Texte ein Problem. Daher entschieden wir, für jedes einzelne Kapitel einen Wiki- Eintrag anzulegen.  Socialtext hat einen rudimentären Editor und unterstützt die Nachverfolgung von Änderungen sehr effizient.  Allerdings war das Zusammenfügen von Dokumenten und auch das druckreife Formatieren nicht einfach.

Daher gingen wir kurz vor der Fertigstellung des Buches wieder zu WORD in der aktuellen Variante zurück um das finale Dokument zu erstellen. Sehr gut hat uns an der aktuellen WORD- Version die automatische Erstellung des Inhalts- und des Quellenverzeichnisses gefallen. Allerdings: Versionskontrolle bei Zusammenarbeit bleibt schwierig. Zudem müssen die Dokumente per Email ausgetauscht werden.

An Ende ist ein 300- seitiges Werk herausgekommen, von dem wir hoffen, dass es den Lesern auch bezüglich der typografischen Gestaltung gefällt.