Arbeitgeberportale gelten als unterschätztes und dennoch beliebtes Werkzeug in dem Prozess der Social Media Optimization und sind wie der Autor Manfred Leisenberg es beschreibt „State – of – the – Art“. Mitarbeiter üben Kritik an ihren Unternehmen und wollen diese auch anderen weitergeben. Im Rahmen dieser Entwicklung analysiert der Autor entsprechende Online – Portale. Neben einer Bewertung der Portale zögert er auch nicht Kritik zu üben.

Arbeitgeberbewertungsportale, so Leisenberg, geben die Möglichkeit einer Darstellung des Unternehmens der Mitarbeit. Dies ist authentisch und wird dementsprechend von Außenstehenden aufgefasst. Unternehmen ihrerseits haben so die Möglichkeit die eigenen Mitarbeiter zu verstehen und in eigener Sache eine Arbeitgebermarke aufzubauen. Identifikation ist hier das herausstechende Wort, das dem Leser eingeprägt werden soll. Mitarbeiterbindung muss über den Arbeitsalltag hinausgehen und nachhaltig wirken.

Social – Media – Optimization ist ein stetiger Kreislauf. Dies wird anschaulich in drei Schritten erläutert. Im ersten Kommunikationsschritt muss das betreffende Unternehmen Teil der Online – Community werden, um sich darauffolgend in diese zu integrieren. Bei dem Betreten der Community muss das Erreichen einer nachhaltigen Präsenz im Fokus stehen. Deutlich wird dieser Fakt durch die 100 – 10 – 1 Regel. Die Regel besagt „in Abwandlung des Pareto – Effekts, dass von 100 Personen, die online sind, eine Person den Inhalt erstellt, 10 vielleicht per Kommentar etwas zum Ausgangsinhalt beitragen und der große Rest lediglich konsumiert.“

Der zweite Schritt geht auf das Nutzen der Community ein und sieht das Identifizieren und Fördern von Mitarbeitern, die sich positiv über das betreffende Unternehmen äußern als zentralen Punkt an. Der Vertrauensvorschuss, der diesen Personen entgegengebracht wird, ist nützlich und vor allem nutzbar. Wenn man jedoch eine Kernaussage herausheben möchte, dann ist es die folgende:

„Eine Belohnung für positive Bewertungen und Berichterstattungen sollte selbstverständlich niemals finanziell oder in anderer Hinsicht materiell sein.“

Der dritte und finale Schritt scheint als wichtigster daraus hervorzugehen, da hier die Optimierung anhand der Zielerreichung stattfindet. Eine qualitative und quantitative Überprüfung des Erfolges ist unablässig. Die Bewertungsdaten müssen daher selbstkritisch und verantwortungsvoll ausgewertet werden. Am Ende bleibt die Aussage stehen, dass qualifiziertes Personal nur zu adressieren ist, wenn das Unternehmen ein positives Image ausstrahlt.

Arbeitgeberportale gibt es wie Sand am Meer und so werden verschiedene dieser Portale betrachtet und im Detail ausgewertet. Die Funktionsbereiche die der Autor hier betrachtet sind hier in zwei Teile gegliedert: Bewertung und Unternehmensprofil.

Der Funktionsbereich Bewertung ist für Mitarbeiter gedacht, die anhand vorgeschriebener Bewertungskriterien ihre Arbeitgeber beurteilen wollen. Diese Kriterien orientieren sich idealerweise am Excellence – Modell der „European Foundation for Quality Management“, welches sich zunächst auf alle Führungsprozesse bezieht.

Der Funktionsbereich Unternehmensprofil ist meist kostenpflichtig und gibt Unternehmen die Möglichkeit sich als Arbeitgebermarke zu kommunizieren. Der Autor vergleicht Portale wie Jobvoting, meinCheff, bizz-Watch, Arbeitgebercheck, kununu und meinpraktikum. Aufgrund der detaillierten Analyse steht kununu nach der Untersuchung im Ranking an erster Stelle. Es überzeugt in Bezug auf die Nutzung der bewertungs- als auch der unternehmensprofilbezogenen Merkmale.

Finalisierend ist der Umgang mit Kritik ein Punkt der hervorgehoben wird. Es ist möglich mit Reputationsgewinn aus einer Kritik hervorzugehen und die Reaktion des Unternehmens kann „auch eine wirksame Maßnahme sein, um in der Öffentlichkeit das authentische Bild des vertrauenswürdigen und offenen Unternehmens“ zu erzeugen.

Fest steht, dass Unternehmen sich nicht vor Bewertungen schützen können und lernen müssen mit diesen umzugehen und sie für sich zu nutzen. Am Ende steht nur ein Satz den sich jeder Arbeitgeber in sein Büro hängen sollte: „Man kann Social Media zwar ignorieren, aber deswegen wird mein Unternehmen noch lange nicht von Social Media ignoriert.“

 

2 Kommentare bei “PRÄSENTIEREN, POSITIONIEREN, REAGIEREN! Ein Artikel über „Arbeitgeberbewertungsportale im Social Media Recruiting“ aus dem Buch „Social Media Recruiting in der Praxis“”

  1. Spitz sagt:

    Guter Artikel! Interessant geschrieben und lesenswert für den ein oder anderen Unternehmer.

  2. Claudia Zimmermann sagt:

    Das sollte so mancher Chef mal lesen!

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