Der Artikel von Nico Rose „Anforderungen an Employer Branding und Recruiting vor dem Hintergrund der Generation Y“ handelt von der Generation, die zwischen 1980 und 1995 geboren ist und auch als „Generation Weichei“ bezeichnet wird, da sie als arbeitsscheu gilt. Doch es steckt viel mehr dahinter…

 

Klar ist, dass die Generation Y auf jeden Fall anders ist als vorherige Generationen, aber genau dort steckt ihr Potenzial. Diese Menschen besitzen nicht unbedingt die absolute Wissenstiefe und eine hohe Allgemeinbildung, aber ihr Wissen umfasst eine größere Bandbreite, speziell im Umgang mit Informationstechnologien und der Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Die Generation Y möchte gestalten und nicht in vorgegebene Muster gesteckt werden. Das Bedürfnis dieser Menschen ist es eine ausgewogene Work-Life-Balance zu besitzen und Zeit für ein Leben abseits der Arbeit zu genießen. Zudem erscheint die Wahrscheinlichkeit, in der obersten Etage eines Unternehmens anzukommen, für diese Generation zu unwahrscheinlich. Diese Positionen werden meist durch das Geburtsrecht bestimmt und Leistung alleine reichen oft nicht aus.

 

Die Generation Y wuchs ohne existenzielle Bedrohung auf und hat früh durch etliche Auswahlverfahren und Lebenslaufoptimierungen gelernt, werteorientiert zu handeln. Findet ein Mitglied der Generation Y diese Werte in einem Unternehmen nicht, wird dieser vergleichsweise schnell verschwinden und woanders weiter suchen.

 

Unternehmen werden sich der Werteorientierung anpassen müssen. Führen wird zukünftig nicht der, der den Anspruch auf die Position hat, sondern derjenige, der durch die eigene Vorbildfunktion in Lage ist Menschen zu führen. Für die Generation Y bedarf es eine Führung auf Augenhöhe, wo jeder seine eigene Meinung besitzen und alles Wissen darf, was im Unternehmen vor sich geht. Wozu braucht man dann überhaupt einen Chef?

 

Diese Führung kann durch demokratisches Wählen einer Führungsperson umgesetzt werden. Keine festen Aufgabenzuteilung oder Teamstrukturen – Selbstorganisation soll herrschen.

Die Generation Y erhielt ihr Wissen durch die Nutzung von Smartphone und dem Internet. Man kam zur Geltung, wenn man Informationen zu einer Sinneseinheit zusammenführte und die Komplexität reduzierte. Diese Führung ähnelt der des eigenen Elternhauses. Die Generation durfte schon immer mehr Mitbestimmen als andere Generationen. Durch den Notendruck und eine genau geplante Freizeit, stoßen Regeln und Grenzen gegen die Wertevorstellungen dieser Generation. Die Generation Y ist also bereit Leistungen zu bringen und diese auch engagiert umzusetzen, jedoch wollen sie selbst entscheiden, wann Leistung erbracht werden soll und fordern dies auch von den Unternehmen.

 

Die Handlungsmöglichkeiten für Employer Branding und Recuiting ist das Umdenken in die neue Generation. Da sich auch das Machtgefüge ändert und die Zahl der Arbeitskräfte in Deutschland abnimmt, wird der Bewerber am längeren Hebel sitzen. Zudem kann sich mittlerweile jeder Anwärter über ein Unternehmen informieren, mehr als es diesem recht ist. Durch das Internet verliert das Unternehmen die Kontrolle über das eigene Image und kann sich an dem One-to-Many Dialog nur noch beteiligen, diesen aber nicht mehr steuern.

 

Klar ist, dass man die Generation Y zu einer Einheit fassen kann, auch wenn es Ausnahmen gibt. Interessant ist, dass sich diese Generation das passende Umfeld sucht und ihr Recht mit Vehemenz und Strenge eingefordert. Werden ihre Anforderungen von einem Unternehmen nicht erfüllt, sucht die Generation einfach weiter. Alte Führungsmodelle werden vor dem Hintergrund der schnelleren und komplexeren Welt scheitern und Unternehmen werden anfangen müssen, sich der neuen Generation Y anzupassen.

 

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