Jeder Smartphone-Nutzer besitzt im Durchschnitt 41 Apps und nutzt diese etwa 127 Minuten am Tag. 150 Mal wird durchschnittlich auf das Smartphone geschaut – täglich. Damit entwickelt sich das Smartphone zu einem der persönlichsten Gegenstände, die der Mensch in der heutigen, modernen Zeit besitzt.

Da verwundert es nicht, dass die ersten Unternehmen beginnen, das Potential einer App als Marketingtool zu verstehen und umzusetzen: Der Nutzer kann auf eine direkte und persönliche Art erreicht werden, wie es sonst kaum ein anderes Werbemittel schafft. Zudem sind Reaktionen und Resonanz der Zielgruppe weitestgehend messbar.

Jedoch ist die App als Werbemittel noch Neuland für die meisten Unternehmen. Viele geben daher Apps in Auftrag, die bei freien Entwicklern oft mit hohen Kosten verbunden sind. Hier kommen die sog. White Label-Lösungen ins Spiel: Apps nach Baukastenprinzip, die auf jede beliebige Branche zugeschnitten werden können, sind noch recht neu und daher kaum untersucht. Es ergeben sich daher folgende Fragen: Welche Vor- und Nachteile bringen White Label-Lösungen gegenüber den Apps freier Entwickler mit sich? Welche Zukunftschancen hat der Markt für White Label-Apps und welche Risiken bestehen? Welche Verbesserungsmöglichkeiten gibt es?

 

White Label-Lösungen im App-Marketing

 

Der Begriff White Label stammt aus dem Englischen (engl. „weißes Etikett“) und beschreibt grundsätzlich „ein Produkt, das unter verschiedenen Namen beziehungsweise Marken angeboten wird, jedoch zumeist nicht von dem Unternehmen, welches es ursprünglich hergestellt hat.“

Im Bereich des App-Marketings gibt es mittlerweile Entwickler, die sich auf die Herstellung solcher White Label-Lösungen spezialisiert haben. Dabei werden Basis-Apps entwickelt, deren Aufbau und Funktionalität immer dem gleichen System zugrunde liegen. Diese Basis-App wird Unternehmen verschiedener Branchen zum Kauf oder zur Miete angeboten, dafür werden Inhalt und Aussehen der App individuell an das jeweilige Unternehmen angepasst. Die fertige App wird dann vom Unternehmen vermarket und auf den entsprechenden Verkaufsplattformen dem Kunden zur Verfügung gestellt. Für den Kunden ist aber nicht zwangsläufig erkennbar, dass es sich bei der App um ein White Label-Produkt eines Entwicklers handelt; er nimmt die App – wenn nicht anderweitig gekennzeichnet – als Produkt des Käuferunternehmens wahr.

 

Praxisbeispiel: Analyse der White Label-Apps

Um nun die vorab gestellten Fragen zu klären, wurde ein seit 2013 bestehendes White Label-System untersucht, das App-Lösungen für die Gastronomie- und Nightlife-Branche bietet. Bis dato wurden etwa 70 Apps mit diesem Baukasten-Prinzip erstellt; dem Unternehmer wird das System bestehend  aus App und CMS (Content Management System) in einer Miet- oder Kaufoption zur Verfügung gestellt. Die vielfältigen Funktionen der App richten sich nach typischen Bedürfnissen der Gastronomie- und Nightlife-Branche und besitzen sowohl informativen als auch unterhaltenden Charakter. Das CMS umfasst Optionen zum Bearbeiten des App-Inhalts und -Designs sowie Interaktionsanwendungen und Statistiken zu den App-Nutzern.

Anhand der Statistiken dreier ausgewählter, mit dem White Label-System erstellten Apps wurde eine App-Analyse hinsichtlich der Download- und Nutzerzahlen unter Berücksichtigung der jeweiligen App-Funktionen erstellt. Diese nach wissenschaftlichen Kriterien erstellte und durchgeführte Analyse erbrachte folgende Erkenntnisse:

Obwohl alle Apps unterschiedlichen Branchen (eine Restaurant-, eine Event- und eine Club-App) entstammen und sich die numerischen Werte der Download- und Nutzerzahlen stark voneinander unterscheiden, hat dies anscheinend kaum Einfluss auf die Beteiligung der Nutzer. Die konstant hohen Werte lassen darauf schließen, dass das White Label-Prinzip der Apps leistungsfähig und qualitativ hochwertige Ergebnisse liefert. Trotzdem könnte das System weiter verbessert werden: Eine detaillierte Auswertung der Nutzerzahlen ergab Unterschiede hinsichtlich der benutzten Betriebssysteme. Ziel sollte es für die Entwickler der White Label-Lösung demnach sein, ihre Basis-Apps noch genauer auf die unterschiedlichen Betriebssysteme abzustimmen und die Marketingmaßnahmen für deren jeweilige Zielgruppen zu verfeinern.

Experteninterview: Entwickler, Unternehmer, Endkunde

Um die bisherigen Erkenntnisse zu erweitern, wurde ein Experteninterview mit einem Entwickler, einem Unternehmer (hier der Bezieher der White-Label-Lösung) und einem Endkunden durchgeführt. Ihnen wurden Fragen zu den Vor- und Nachteilen von White Label-Lösungen gegenüber  Individuallösungen freier Entwickler gestellt. Außerdem wurden bestehende Risiken und Schwächen des Systems sowie eventuelle Verbesserungsmöglichkeiten diskutiert. Abschließend gaben die Experten eine Zukunftsprognose für den Markt der App-Lösungen ab. Alle Teilnehmer haben bereits Erfahrung sowohl mit White Label-Lösungen als auch mit Apps freier Entwickler gemacht. Daher ist es ihnen möglich, beide App-Varianten aus der Perspektive ihrer jeweiligen Position zu beleuchten.

 

Zusammengefasst lassen sich – auch unter Berücksichtigung der App-Analyse – die Ergebnisse wie folgt darstellen:

1. Bei White Label-Lösungen nach Baukastenprinzip liegt der Hauptvorteil für den Unternehmer in der Kostenersparnis von ca. 95% gegenüber individuellen Entwicklerlösungen. Auch Erfahrungswerte durch andere Unternehmer und der hochintegrative Aufbau des Systems sind sowohl aus Entwickler- als auch aus Unternehmersicht starke Argumente für White Label-Lösungen. Jedoch trifft dies nur dann zu, wenn der Unternehmer in Kauf nimmt, dass diese Art der App-Lösung niemals zu 100 Prozent auf seine individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden kann. In diesem Fall sollte auf die Individuallösung eines freien Entwicklers zurückgegriffen werden, der möglicherweise höhere Kosten bei der Entwicklung veranschlagt, jedoch jedes gewünschte Feature in die App implementieren kann.

2. Da der Endkunde nicht in erster Linie Nutzer des White Label-Systems, sondern lediglich User der damit erstellten Apps ist, gibt es darauf basierend nur wenige mögliche Kritikpunkte. Es scheint daher für den App-Nutzer keine größere Rolle zu spielen, ob die App einem Baukastensystem oder einer Individuallösung entspricht. Eine Baukasten-App könnte dann als nachteilig empfunden werden, wenn der Endkunde bereits ähnliche Apps konkurrierender Firmen besitzt und so den Eindruck fehlender Innovationskraft des Unternehmens gewinnt.

3. Verbesserungsmöglichkeiten von White Label-Systemen können zurzeit nur durch weiter steigende Individualisierung der Funktionen umgesetzt werden. Auch Implementierungen zur Optimierung des App-Designs würden für Entwickler, Unternehmer und Endkunde gleichermaßen zur Verbesserung beitragen. Jedoch werden nie alle denkbaren Anforderungen generalisiert umsetzbar sein, da in diesem Fall eine Baukastenlösung nicht mehr rentabel für den Anbieter wäre. Dies kann durch Spezialisierung z.B. auf eine Berufsgruppe oder –branche umgangen werden.

Fazit: White Label-Lösungen als Marktführer der Zukunft?

Die Entwicklung in der Zukunft kann nur schwer vorhergesagt werden, doch mit dem anhaltenden Trend zur Unternehmens-App ist auch ein weiteres Wachstum des White Label-Marktes zu erwarten. Die Auswertung der Befragung zeigt, dass eine Koexistenz zwischen Individual- und White App-Lösungen möglich scheint, insofern beide eine eigene Marktnische besetzen.

Cora Vartmann

Die wichtigsten Ziele eines Startup Unternehmens sind zunächst das Gewinnen an Aufmerksamkeit und Vertrauen seitens der Öffentlichkeit und das Vermitteln und Festigen des eigenen Images um das Entstehen einer Kaufentscheidung zu verstärken.
Um diese Ziele zu erreichen wird das Marketing eingesetzt. Die klassische Werbung ist kostenintensiv und nicht mehr so wirkungsvoll wie sie es einmal war. Hinzu kommt das dem klassischen Marketing kaum Vertrauen geschenkt wird.
Heutzutage verbringen die Menschen einen Großteil ihrer Freizeit im Internet und sozialen Netzwerken. Das Verhalten der Internetnutzer innerhalb des Webs hat sich folglich in den letzten Jahren deutlich verändert. Die Nutzer haben sich von reinen Konsumenten von Inhalten zu aktiven Produzenten entwickelt. Sie sind Mitglied in einer oder mehreren Communities und pflegen Kontakte, kommunizieren mit Freunden, veröffentlichen eigenen Content, kommentieren über den Content anderer oder agieren aktiv durch Bewertungen. Die Nutzer verbreiten zusammenfassend öffentlich ihre eigene Meinung zu bestimmten Inhalten, Themen, Situationen oder Marken. Diesen Netzwerken und den Meinungen der Mitglieder wird ein fünfmal so hohes Vertrauen, wie dem klassischen Marketing entgegen gebracht.
Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, dass über ein Unternehmen innerhalb dieser Communities gesprochen wird und die Nutzer eine positive Meinung über dieses vertreten und verbreiten. Unternehmen können diese Netzwerke und ihre hohe Reichweite, sowie das Verhalten der Mitglieder nutzen, um sich zu präsentieren, ein Image und eine Botschaft zu übermitteln und vor allem, um mit den Nutzern in eine Kommunikation zu treten. Diese Form der Kundenkommunikation nennt sich Social Media Marketing (SMM).
In dem heutigen 21. Jahrhundert geht der Trend und das Verhalten der Internetnutzer weg von großen Portalen und Websides und hin zu Suchmaschinen, sozialern Netzwerken und Blogs. In der Zukunft wird die Bedeutung des persönlichen Netzwerks für die Wahrnehmung einer Marke und das Entstehen einer Kaufentscheidung immer weiter zunehmen. Empfehlungen durch Andere und die Präsenz einer Marke im Umfeld des Social Webs werden immer stärker über den Erfolg von Unternehmen entscheiden. Das Pflegen von Kontakten und die Kommunikation zu den potentiellen und bestehenden Kunden werden ausschlaggebend für den Erfolg von Unternehmen sein.

Plant ein Unternehmen in dem Social Web aktiv und präsent zu werden, müssen die richtigen Wege gefunden werden, um die eigenen und potentiellen Kunden im Web 2.0 zu erreichen. Dies erfordert eine Vielzahl von SMM Fähigkeiten und ein strukturiertes Customer Relationship Management, in dem der Aufbau der Beziehung zwischen dem Unternehmen und den Kunden systematisch organisiert und geplant werden muss.
Es kann zusammenfassend gesagt werden, dass die Autorin auf der Basis einer Wettbewerbsanalyse, der angewandten Literatur und der Statistiken zu dem endsprechenden Themen, eine erfolgsversprechende SMM-Strategie für ein Start up Unternehmen der Modebranche (Katherine´s Selection KS) konzipieren konnte. Dieser Meinung sind ebenfalls die befragten Experten mit dessen Hilfe anhand von Interviews das Konzept überprüft wurde. Unter anderem mit Erkenntnissen dieser Interviews, konnte die Autorin in dieser Arbeit verdeutlichen und belegen wie sich ein Startup Unternehmen der Modebranche in Social Media verhalten sollte und welche Maßnahmen und Herangehensweisen voraussichtlich zu einem Erfolg führen.

Es können folgende Schlüsse aus dem Arbeitsprozess der Bachelorarbeit gezogen werden:

SMM ist für das Modellabel KS laut der Literatur und den Experten Baltner und Sonntag ein guter Weg um als Startup kostengünstig an Aufmerksamkeit und Vertrauen zu gewinnen und ein Image in der Öffentlichkeit zu festigen. Die Umsetzung sollte jedoch nur erfolgen, wenn das Unternehmen sich dazu entscheidet, sich aktiv mit den Zielgruppen auseinander setzen zu wollen und mit diesen zu kommunizieren. Dies ist letztendlich der Kern des SMM. Ohne die fortlaufende und kontinuierliche Auseinandersetzung und Kommunikation innerhalb der Communities mit den Kunden bringt SMM keine Erfolge. Die Unternehmer von KS müssen sich im Klaren darüber sein, dass SMM eine Art von Marketing ist, in die laut der Experten Zeit investiert werden muss. Laut Baltner sollten die Unternehmer des Labels das Verhalten ihrer potentiellen Zielgruppen und Fans selber beobachten und den Content vorerst selber schalten um authentischer auf die Nutzer zu wirken. Die Analyse der SMM Strategien der Mitbewerber, sowie des Marktes, ist laut der Literatur und den Experten ein zwingender Schritt vor der Planung einer eigenen Strategie. Auch die Identifizierung der Best Practice Methoden der Mitbewerber mit der höchsten Resonanz und Interaktion wurde von Baltner und Sonntag als eine passende Herangehensweise der Autorin beurteilt um „diese für sich zu nutzen“, so Sonntag. Genau das hat die Autorin in dieser Arbeit getan und anhand dieser Strategien und Methoden, abgeänderte eigene Methoden für das Label KS konzipiert. Jedoch sollten nicht nur die Mitbewerber der eigenen Branche analysiert werden, sondern auch branchenübergreifend. Denn auch Marken der Finanz und Lebensmittelbranche können ein gutes Vorbild für das eigene Konzept sein. Die Zielsetzung für die SMM Strategie des Labels KS war ein wichtiger strategischer Schritt. Laut Baltner funktioniert eine SMM Strategie nur mit einer strategischen Planung. Diese wurde von der Autorin durchgeführt, jedoch hätten auch Zeit- und Budgetpläne hinzugefügt werden müssen, um anhand dieser Aspekte die Methoden detailierter planen zu können. Dass der Blog in das Zentrum der SMM Präsenz gestellt wurde und als Komponente in den Onlineshop integriert wurde, ist von beiden Experten der Literatur und aktuellen Statistiken als sinnvoll und richtig angesehen worden. Der Blog ist gerade im Modebereich laut Sonntag am authentischsten und unabhängig von dem Bundesdatenschutzgesetzt und den Richtlinien wie zum Beispiel von Facebook. Die Nutzung eines einzelnen Kanals ist wenig effizient, weshalb der eingesetzte crossmediale Workflow von mehreren Kanälen eine gute Endscheidung der Autorin ist. Anhand von Statistiken konnte die Autorin belegen, dass Facebook die Plattform mit den meisten Mitgliedern und der höchsten Reichweite ist, weshalb die Maßnahme Facebook als Hauptkanal zu wählen auch aus der Sicht der Experten überzeugend ist. Die Auswahl der zusätzlichen Kanäle ist ebenfalls mit Hilfe von Statistiken und der Wettbewerbsanalyse begründet und belegt worden. Sonntag vertritt die Meinung, dass Instagram jedoch neben den anderen Kanälen, auf Grund der enormen Etablierung und Macht der Meinungsbildner der Mode innerhalb der Community, mehr an Bedeutung zugeteilt werden sollte. Auch die Autorin hat anhand eines Beispiels des enormen und schnellen Erfolges von dem Bikinilabel „TRIANGLE“ veranschaulicht, wie wichtig und chancenreich Instagram in der Modeszene heute sein kann. KS sollte daher die Positionierung von Instagram überdenken und diesen Kanal mehr als geplant promoten und nutzen. Die Auswahl des Contents und der geplanten Maßnahmen der Konzeption sind laut der Literatur und der Experten erfolgversprechend und individuell. Baltner und Sonntag sind der Meinung, dass Unternehmen einen individuellen und interessanten Content mit einem Mehrwert für den Nutzer veröffentlichen sollten. Der konstante Content sollte eine eigne individuelle „Handschrift“ tragen und dem Nutzer einen Wiedererkennungswert auf allen Kanälen bieten. Welcher Content am erfolgversprechendsten ist, muss KS im Laufe der Zeit selber herausfinden, indem sie ihre Kunden selber fragen oder die Reaktion auf den eigenen Content beobachten und analysieren. Auf der Basis des Verhaltens der Nutzer auf den Content der Mitbewerber konnte die Autorin schließen welche Art von Content bei der Zielgruppe angenommen wird und aus diesem Grund in der Anfangszeit von dem Label KS genutzt werden soll. Auf Facebook solle jedoch beachtet werden, dass KS ein Anzeigen-Budget einplanen und in Anspruch nehmen muss, um eine hohe Reichweite erzielen zu können. Die geplanten Maßnahmen der Autorin können ohne kostenpflichtige Maßnahmen nicht erfolgsversprechend umgesetzt werden. Ein Mix aus dem oben beschriebenen Content, welcher in budgetierten Anzeigen geschaltet wird, ist der beste Weg, um heutzutage den höchsten Traffic und die höchste Reichweite auf Facebook zu erzielen. Eine Authentizität des Unternehmens zu vermitteln ist ein fortlaufender Trend, aus dem SMM entstanden ist. KS muss sich authentisch präsentieren und authentische Kommunikation und authentische Kundenbeziehungen pflegen, um von den Nutzern akzeptiert zu werden. Die Nutzer möchten sich innerhalb der Communieties in einer entspannten Atmosphäre unter Freunden aufhalten und die Aufgabe von KS liegt darin sich dieser „Welt“ anzupassen, sich zu integrieren und den Nutzern, wie ein Freund entgegenzutreten. Die Maßnahmen wurden auf der Basis dieser Erkenntnis konzipiert und von den Experten zusätzlich bestätigt. Die Nutzung von Meinungsträgern ist in jedem Fall laut der Literatur und der Experten sinnvoll und richtig, jedoch sollten diese Sonntag nach zu urteilen authentisch eingesetzt werden. Die Nutzung der Testimonials für KS ist auf Grund der Erkenntnis, dass VS dadurch viele Fans und Kunden gewinnt, bestimmt worden. Baltner äußert sich zuversichtlich zu dieser Vorgehensweise und findet den Einsatz von den Testimonials nützlich um das eigene Image des Labels im Web zu prägen. Auch eigene Mitarbeiter können laut Baltner als Meinungsträger für das Label KS genutzt werden, vorausgesetzt die Richtlinien werden vorab vermittelt und besprochen. Sonntag ist der Ansicht, dass den externen Meinungsträgern ein exklusiver Mehrwert geboten werden muss, damit diese von KS und ihren Produkten tatsächlich überzeugt sind und authentisch darüber berichten können. Vor allem aber ist es wichtig, dass die Meinungsträger ihre eigene Meinung vertreten und dafür nicht bezahlt werden. „Beides sollte nach außen gekennzeichnet sein“, so Sonntag. Andernfalls könnte sich der Nutzer offensichtlich umworben fühlen. Dies darf keinesfalls innerhalb der Kommunikation, die von KS aus geht, den Anschein machen. Fühlen sich die Nutzer umworben, werden sie nicht antworten und verlieren das Vertrauen zu dem Label sowie das Interesse.

Das Mobiltelefon hat unser Leben verändert – vor 20 Jahren begann es seinen Siegeszug vom Telefon zu unserem alltäglichen Lebensbegleiter. Es hat die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit aufgeweicht und uns eine enorme Erreichbarkeit geschenkt, eine neue Kontrolle über Aufenthaltsorte unserer Familienmitglieder und die unterschiedlichsten Arten von Kommunikationsmöglichkeiten. Das Mobiltelefon hat sich in unserem Alltag unverzichtbar gemacht, indem es uns hilft, Kinobesuche und Weihnachtsgeschenke zu planen und Nachrichten jederzeit abzurufen. Unsere Wertvorstellungen wurden mit dem Smartphone flexibler und jede Wartezeit bis auf die kleinste Einheit minimiert, indem sie mit einer sinnvollen Alternative unserer Erledigungslisten gefüllt wird oder unpassende Termine kurzfristig abgesagt werden. Kaufentscheidungen fallen schneller – es lässt sich jederzeit von überall das Passende bestellen. Das Telefonieren wurde schon lange zur Nebensache, denn Handys sind längst unser ganzes Leben digitalisiert in unserer Hosentasche. Unser Handy ist überall: Bei jeder Verabredung, bei jedem Shoppingtrip. Und es hat nicht nur unser Leben verkompliziert und vereinfacht zugleich, sondern liefert auch eine gigantische Flut an neuen Möglichkeiten der Marketingstrategien. Denn egal was wir auf unserem Smartphone machen, wir hinterlassen eine Menge Daten, die unsere Gewohnheiten und Präferenzen beschreiben und das, was wir nicht mögen. Jeder gibt in seinem digitalen Leben seine Laster, Gewohnheiten, Wünsche und auf lange Sicht auch seine Achillesferse preis. Diese Daten können nicht nur helfen Angebote auf jeden Menschen individuell zuzuschneiden, Streuverluste zu minimieren und Funktionen zu optimieren, sondern auch Kundenwünsche und Defizite zu ermitteln und so unseren Alltag noch ein Stückchen mehr zu vereinfachen und zu kontrollieren.

Bei der ganzheitlichen Betrachtung des Themas Mobile Commerce sollten über den eigentlichen Kaufabschluss via Smartphone hinaus noch zwei weitere Funktionen in Betracht gezogen werden: Die Informationssuche und die Bezahlung. Die Informationssuche ist für den Konsumenten ein wichtiger Schritt im Kaufprozess. So ist die Informationssuche mit Smartphones und Tablets der Wegbereiter für einen Kaufabschluss und eine der am häufigsten genutzten Funktionen. Die Bezahlung mit mobilen Endgeräten ist ebenfalls eng mit dem Kaufprozess verknüpft, denn durch diese Funktion wird Mobile Commerce erst möglich. In der heutigen Zeit wird Mobile Commerce mit Hilfe von (nativer) Apps betrieben, die individuell aus verschiedenen App Stores herunter geladen werden können. Es entsteht so eine direkte Handelsbeziehung zwischen dem Anbieter und dem Verbraucher. Hierbei gilt: Je mehr Wissen ich über die Nutzung meiner App habe, desto präziser kann ich einzelne Marketing-Strategien planen und meine App auf das Nutzerverhalten meiner Kunden optimieren.

Doch wie kann ich die Wege meiner Kunden bis hin zum Kaufabschluss oder zum Ausstieg aus der App verfolgen? Und wie erhalte ich Einblick in das Nutzerverhalten wenn die App offline benutzt wird?

Hier kommen Mobile Tracking Systeme zum Einsatz: Es stehen eine Vielzahl an verschiedener Mobile Tracking Tools zur Verfügung, welche unterschiedliche Funktionen bieten und Einsichten in die App geben, ais denen strategische Schlüsse gezogen werden können. Folgende Parameter sollten jedoch aus den verschiedenen Tracking-Systemen hervorgehen:

• Analyse der User und des Userverhaltens

• App Ranking im Store

• App Verwendung und Usage Patterns (die Nutzungsstruktur der App)

• App Umsätze (Revenue Model) oder In-App-Käufe (In-App purchases)

• App User

• App Download-Quellen /App Vermarktungs Plattformen

• Impressions

• Clicks

• Installationen

• In-App-Events

• App Marketing Kampagnen Tracking und Traffic-Optimierung

Die folgende Auswahl an Software zeigt Mobile Tracking Systeme auf, die meiner Meinung nach einen relevanten Kundenstamm besitzen und online zu finden sind. Des Weiteren gibt es darüberhinaus noch eine Vielzahl von Systemen und Tools, die sich auf verschiedene App-Genres spezialisiert haben (z.B. auf Mobile Game Apps oder auf Mobile Affiliate Programme).


Nach einer praktischen Ausarbeitung und Umsetzung einer Tracking SDK in einer nativen App (hierbei wurde das kostenlose Analyse Tool „Flurry“ getestet), konnte festgestellte werden, dass das App Tracking für den Erfolg von Apps eine hohe Funktionalität bietet. Durch verschiedene, einsehbare Parameter können die Daten der Nutzer ausgewertet und zur Optimierung der Anwendung genutzt werden. Marketing-Kampagnen können durch den Einsatz von Tracking-Systemen gezielt gesteuert und beobachtet werden. Durch den Einsatz von Events werden für den Anbieter relevante Ereignisse sichtbar und können so optimiert und ausgebaut werden. Außerdem lassen sich durch sogenannte „Funnel“ Conversion-Trichter erstellen, die den relevanten Kundenstamm ausfiltern und verschiedene Wege zur Conversion detailliert auswerten.

Die deutschen Datenschutzbestimmungen wurden auf die Möglichkeiten des Einsatzes von Tracking Tools und die Nutzung der daraus resultierenden Daten hin überprüft, sowie die iOs Datenschutzrichtlinien der Firma Apple hinsichtlich des erlaubten Einsatzes von Tracking SDKs innerhalb der in den App Store hochzuladenden App. Diese Überprüfung ergab, dass Tracking-Tools (und deren SDKs) und die daraus hervorgehenden Daten nicht rechtswidrig sind und von der Firma Apple unter den aufgezeigten Bedingungen daher für die Nutzung innerhalb der Apps akzeptiert werden.

Die Arbeit mit dem Analyse Tool „Flurry“ führte zu der Erkenntnis, dass dieses Tool einen hohen Nutzen für Marketing- Kampagnen und App-Anbieter bietet, indem es tiefe Einblicke in das Nutzerverhalten der App User, wie die Angabe von Errors oder Sessions, gibt. Alle Daten sind übersichtlich im System einsehbar und eine Arbeit im Team ist durch die Einladung verschiedener Mitarbeiter zu dem jeweiligen Projekt ebenfalls möglich. In einer anschließenden Evaluation wurde die Nutzbarkeit und Funktionalität hinsichtlich Live Aktivität, Events und Funnel belegt.

Das Best Practice-Beispiel „FHM QUIZ“, auf dessen Evaluation sich meine Erkenntnisse stützt, ist im App Store frei zugänglich und lässt sich so optimal in der Hochschullehre einsetzen. Die App kann kostenlos heruntergeladen und von Studenten bedient werden, wonach in der anschließenden Auswertung der Daten ein Einblick in mobiles Tracking gegeben wird. Das erstellte Beispiel lässt sich beliebig erweitern, indem verschiedene Events zusätzlich eingebaut werden und unzählige „Funnel“ im Tracking Tool eingerichtet werden können. Des Weiteren können verschiedene Möglichkeiten der Nutzung der App im Hochschulunterricht aufgezeigt werden: Der Download der App aus dem App Store, die Nutzung der App in dem Programm Xcode und das Deployment der App für einzelne Geräte.

Trotz der gewonnenen Erkenntnisse über die Nutzung von Mobile Tracking Systemen bleibt noch die Frage nach der gewünschten 1:1 real-time Übertragung der erhobenen Daten in das Tool. Es ist noch nicht klar, wie weit eine zeitliche Einschränkung den Gebrauch des Analyse-Tools innerhalb des Einsatzes in der Praxis begrenzt. Denn in dem vorangegangenen Versuch ergab sich eine Zeitverzögerung von mindestens 5 Stunden bis die einzelnen Sessions im System dargestellt wurden (bis hin zu einem Tag). Dies kann sich nachteilig auf die Nutzung des Tools auswirken.

Insgesamt kann jedoch behauptet werden, dass der Einsatz von Mobile Tracking Systemen innerhalb nativer Apps ein empfehlenswertes Monitoring Tool für Anbieter von Apps und zur Kontrolle und Überprüfung von Marketing Kampagnen ist.
Um einen technischen Ausblick auf die Zukunft dieses Bereiches zu geben, kann gesagt werden, dass damit gerechnet werden kann, dass jede App im allgemeinen Gebrauch eine Tracking SDK eines Analyse Systems beinhaltet und so jede Benutzung auf dem eigenen Endgerät durch ein Monitoring Tool ausgewertet wird.