In der Diskussion um Social Media als weit verbreitete Kommunikationsform stellt sich die Frage in wie weit Privatpersonen oder Unternehmen Transparenz zulassen und Daten veröffentlichen sollten. Im Zuge der Weiterentwicklung des Web 2.0 erhöht sich der Druck, im Netz vertreten zu sein. Wer nicht dabei ist, verpasst die Chance einer weltweiten Vernetzung durch verschiedene Plattformen. Diese Vernetzung ist jedoch Teil des persönlichen Reputationsmanagements. Höchstmögliche Transparenz erzeugt Glaubwürdigkeit und somit ein einheitliches Bild der jeweiligen Person oder des Unternehmens im Internet. Der Sinn von sozialen Netzwerken ist, wie im realen Leben, der Austausch von Informationen und persönlichen Interessen. Auf diesem Konzept fußt die Idee des Web 2.0, welches auch häufig als „Mitmach-Web“ bezeichnet wird. Demgegenüber steht die Gefahr des Datenmissbrauchs durch zu viele freigegebene Daten, die von Dritten „ausspioniert“ werden können. Die Frage, die sich stellt: Wie viel Transparenz ist erwünscht und ab wann ist die Sicherheit gefährdet?
Und vor allem interessant für uns: Welchen persönlichen Stellenwert messen Sie Social Media bei und wie gewichten Sie Transparenz und Sicherheit?











Frank Roebers bei Twitter
In der heutigen Zeit ist es für Unternehmen unumgänglich im Netz präsent zu sein. Um jedoch glaubwürdig zu sein, empfiehlt es sich, so viel Transparenz wie möglich zu zeigen. Jedoch bietet dieses nicht nur Chancen für die Unternehmen sondern auch Risiken. So besteht die Gefahr, dass durch die Transparenz, die Markteintrittsbarrieren verringert werden und es Nachahmern leichter ermöglicht wird zu kopieren.
Des Weiteren ist es aber nicht möglich ohne eine gewisse Transparenz die Authentizität zu erreichen, die die Grundlage für eine gute Kundenbindung ist. Für Unternehmen stellt sich also die Frage, wie viel Risiko bin ich bereit einzugehen, um die Chancen optimal zu nutzen?
Transparenz, Glaubwürdigkeit und Authentizität sind entscheidend bei einer aktiven Beteiligung in digitalen Netzwerken. Nur so können Nutzer und Unternehmen sich nach außen hin präsentieren und ein gewisses Bild von sich erzeugen und somit einen Ruf bzw. eine Reputation aufbauen. Es bestehen immer irgendwelche Gefahren im Netz, z.B. Datenmissbrauch, Plagiat etc. Doch dies liegt, meiner Meinung nach, nicht an Social Media an sich, sondern an den Menschen, die es nutzen. Sicherheit ist immer ein sehr wichtiges Thema, deshalb sollten sowohl private Nutzer als auch Unternehmen sich bewusst sein, WIE sie sich nach außen hin darstellen wollen und WAS sie mit WEM teilen.
Die Sicherheit leidet dann, wenn unbedacht gepostet, getwittert oder gebloggt wird. Bsp. Ich fahre in den Urlaub, mein Haus steht leer und ich poste das auch noch! Das ist quasi wie eine Aufforderung mich komplett auszunehmen und das Haus leerzuräumen.
Also: Mit Sorgfalt posten und sich immer der Konsequenzen bewusst sein!
Die wachsende Beliebtheit von sozialen Netzwerken zählt für mich zu den bedeutsamsten Entwicklungen der letzten Jahre. Der, vor allem in den vergangenen Wochen und Monaten, immer lauter werdenden Forderung nach mehr Transparenz im Umgang mit persönlichen Nutzerdaten stehe ich eher kritisch gegenüber. Denn grundsätzlich liegt es in der Hand eines jeden Einzelnen, welche Daten und Informationen preisgegeben werden. Zusätzlich muss sich jeder Nutzer darüber im Klaren sein, dass es sich bei Portalen wie Facebook & Co. um nichts Anderes als wirtschaftliche Unternehmen handelt. Wer die Vorteile der digitalen Vernetzung für sich nutzen will muss verstehen, dass der Erfolg eines Netzwerks durch die Anzahl seiner Mitglieder und deren Informationen bzw. Informationsbereitschaft determiniert wird. Einem Großteil der Bevölkerung dürften diese Zusammenhänge allerdings noch immer weitgehend unbekannt sein.
Sogenannte soziale Netzwerke wie Facebook sind eine Schwäche des humanen Geschöpfs. Ihre Inanspruchnahme zeugt von einer fortwährenden Verkümmerung der menschlichen Kommunikationsfähigkeit.
Warum ich diesem grotesk anmutenden Trend verfallen soll, Meinungen, Anregungen, Kritiken und Bedürfnisse – kurzum: mein gesamtes Leben nicht mehr persönlich von Angesicht zu Angesicht zu führen, sondern auf eine virtuelle Plattform zu verlagern, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.
Warum soll ich einer undurchsichtigen und durchtriebenen Datenschleuder ein Sammelsorium an privaten und intimen Dingen in den Rachen werfen? Mit welchem Recht muss ich mehr Interna aus meinem Leben preisgeben, als ich von Freunden, Bekannten und Fremden gewahr werde? Weshalb darf ich mich nicht auch mal abschotten, die Welt und mein soziales Umfeld über meinen Alltag im Unklaren lassen?
Mir scheint, als sei unsere Gesellschaft soweit ausgeufert, dass die Hype-gegebene Allseits-Transparenz die Privatsphäre kaschiert. Dass 800 Millionen User ein Unternehmen zu ihrem universellen Wegbegleiter machen, dessen Geschäftsidee auf dem Verlangen basiert, persönliche Daten einer Allgemeinheit zugänglich zu machen, und dabei leichtfertig in Kauf nehmen, dass sich rechtsstaatliche Sicherheitsbestimmungen am Rand der Legalität entlang hangeln, erschüttert die sozialen Züge der Gesellschaft in ihren Grundfesten – Ausgang offen.
Welchen Vorteil bietet mir Facebook, in den dessen Genuss ich im realen Leben nicht käme? Ein Aspekt, den das Netzwerk eher verschleiert als beantwortet. Um mit Marcel Reich-Ranicki zu sprechen: »Der Vorhang fällt, und alle Fragen bleiben offen.«