Das iPhone 4S verkauft sich gut: In den ersten drei Tagen gingen vier Millionen Geräte über die Ladentische, dazu prestigeträchtige Schlangen vor den Apple Stores. Doch trotzdem fiel die Aktie des kalifornischen Unternehmens in den letzten Tagen um sieben Prozent.

Erstmals scheint Apple hinter den Erwartungen zu bleiben. Zwar konnte Apple den Absatz seines Smartphones um 21 Prozent auf über 17 Millionen Stück steigern (Vorjahr: 14,1 Millionen), doch hatte die Wall Street mit bis zu 20 Millionen oder sogar mehr gerechnet. Wenn ein Unternehmen stets neue Rekorde verzeichnet und die eigene Messlatte immer noch höher zu legen vermag, steigen die Erwartungen der Konsumenten und der Anleger. Ein – finanziell gesehen – relativ kleines „Tief“ empfinden die Konsumenten einer emotional aufgeladenen Marke wie Apple als viel eindrucksvoller, was wiederum Einfluss auf die Aktie hat.

Was hat Apple ins Wanken bringen können? Vor knapp drei Wochen starb der Apple-Gründer Steve Jobs und es scheint, als seien Konzern und Markt verunsichert, wie es mit dem Marktführer weitergehen soll.

Steve Jobs sah um die Ecke, über den Horizont hinaus und in die Zukunft. Er veränderte unser tägliches Leben durch Technologie. Er lehrte uns, Musik herunterzuladen. Er machte uns Computer durch seine einfachen und eleganten Designs zugänglich. Er verwendet alltägliche Wörter anstelle von technischen Jargons und erfand die “Desktop-Metapher”: Wir öffnen Ordner, um Dokumente zu lesen und werfen unsere veralteten Dokumente in den Papierkorb. Es ist fast unmöglich, sich eine Welt vorzustellen (oder sich daran zu erinnern), ohne die Werkzeuge und Erfahrungen, die Jobs geschaffen und bekannt gemacht hat.

Ebenso wichtig wie diese Vermächtnisse ist der Boom im Bereich Social Media, den Jobs ausgelöst hat. Das Web 2.0 ist das Resultat und die Plattform einer Mitmach-Kultur. Inhalt wird nicht mehr „nur“ konsumiert, sondern gemeinsam erstellt, genutzt und untereinander geteilt.

Steve Jobs lieferte uns mit dem iPhone ein technisches Gerät, das uns erstmals erlaubte, die Online-Tools der Social Media „außer Haus“ und unterwegs zu nutzen. Es war das iPhone, das wirklich das Zeitalter der sozialen Medien eingeläutet hat. Social Communities wie Facebook und Twitter profitieren von der durch das iPhone ermöglichten „Echtzeit“ – und nicht nur das: Jobs revolutionierte Social Media auf eine weitere Weise: Er machte es cool, elektronische Gerät mit sich herumzutragen.

Zuerst der iPod, mit dem wir unsere Lieblingsmusik herunterladen und mit anderen teilen können, dann das schlanke iPhone, das es uns ermöglicht, unser Leben zu teilen: Die ”Cool Kids” sind jetzt die ersten, die neue Modelle des Players und des Smartphones haben möchten. Apple-Gadgets sind mittlerweile Mode-Accessoires, die von den Menschen in erster Linie dafür genutzt werden, um Social Networks zu nutzen.

Steve Jobs dachte, arbeitete und erfand anders als seine „Konkurrenten“. Für ihn gab es nicht nur den „next step“, sondern vor allem das große Ganze. Seine scheinbar endlosen Visionen von Produkten und Programmen forderten von Jobs ein ganz besonderes Vorgehen: Er entwickelte seine Ideen weit und detailreich, bevor er wirklich wusste, wie er sie technisch umsetzen konnte. Ein Innovator soll nicht schrittweise denken – und genau das tat Jobs nicht.

Er hat die Grundsteine für Social Media gelegt und den Weg bereitet, damit die Entwicklung weiter voranschreitet. Aber es ist schwer vorstellbar, dass jemand anderes als Jobs den Alltag der Menschen und die modernste Technik so effektiv verbinden kann.

Steve Jobs‘ Ideen und seine Produkte begeisterten uns bekanntlich und er hat etwas geschafft, von dem viele Erfinder und Entwickler nur träumen können: Abgesehen von den finanziellen Höhenflügen seines Unternehmens Apple, hat er unseren Alltag verändert – in eine Welt, in der wir den immerwährenden Wunsch verwirklichen können, eine „sharing society“ zu sein.

Social Media bei Apple

Aus Kalifornien: Isabel Bauerkämper und Georg Lange

In der Diskussion um Social Media als weit verbreitete Kommunikationsform stellt sich die Frage in wie weit Privatpersonen oder Unternehmen Transparenz zulassen und Daten veröffentlichen sollten. Im Zuge der Weiterentwicklung des Web 2.0 erhöht sich der Druck, im Netz vertreten zu sein. Wer nicht dabei ist, verpasst die Chance einer weltweiten Vernetzung durch verschiedene Plattformen. Diese Vernetzung ist jedoch Teil des persönlichen Reputationsmanagements. Höchstmögliche Transparenz erzeugt Glaubwürdigkeit und somit ein einheitliches Bild der jeweiligen Person oder des Unternehmens im Internet. Der Sinn von sozialen Netzwerken ist, wie im realen Leben, der Austausch von Informationen und persönlichen Interessen. Auf diesem Konzept fußt die Idee des Web 2.0, welches auch häufig als „Mitmach-Web“ bezeichnet wird. Demgegenüber steht die Gefahr des Datenmissbrauchs durch zu viele freigegebene Daten, die von Dritten „ausspioniert“ werden können. Die Frage, die sich stellt: Wie viel Transparenz ist erwünscht und ab wann ist die Sicherheit gefährdet?

Und vor allem interessant für uns: Welchen persönlichen Stellenwert messen Sie Social Media bei und wie gewichten Sie Transparenz und Sicherheit?

Das Internet und Enterprise 2.0 verändern die Art, wie Mitarbeiter in den Unternehmen miteinander kommunizieren und wie wir arbeiten. in einem Video-Interview für T- Systems äusserte sich Prof. Leisenberg jüngst zu dieser Problematik:
Prof. Leisenberg im Telekom- Interview

(Zum Start des Videos Bild einfach anklicken.)

Hierzu schreiben T-Systems auf ihrem Portal:

„Entscheider in der Wirtschaft müssen in Grundzügen verstanden haben, wie das Netz funktioniert“, erklärt der überzeugte Blogger, Facebook- und Wiki-Nutzer Manfred Leisenberg. Mangelnde Offenheit für Collaboration der neuen Generation entwickle sich immer stärker zu einem Ausschlusskriterium. Der Wirtschaftsinformatiker nennt diese „aussterbende Spezies“ scherzhaft „Mail-Ausdrucker.“
Lohnende Investitionen
Der Druck auf die Wirtschaft steige mit der Verbreitung des Web 2.0. Unternehmen müssten Enterprise 2.0-Tools zum Vorteil ihrer Kunden und zur Verbesserung ihrer internen Prozesse nutzen. So lasse sich mit Wikis und Weblogs Wissen in Projekten permanent austauschen. „Noch immer fragen mich Manager, ob sie sich in Enterprise 2.0 engagieren sollen, ob sich denn die Investitionen lohnen“, wundert sich Professor Leisenberg. „Das Web 2.0 ignoriert Unternehmen, Produkte, Dienstleistungen und Personen nicht. Daher gilt es zu handeln.“
Wissen setzt sich durch
Neue Formen der Zusammenarbeit eröffnen Unternehmen laut Leisenberg enorme Potenziale. „Sie schaffen das bisherige Machtinstrument von Führungskräften ab, das Wissen über Unternehmensprozesse auf wenige Personen zu bündeln. Stattdessen verlagern sie die betriebliche Entscheidungshoheit ins Netzwerk“, weiß der Social-Media-Befürworter und spricht von Unternehmen, die von Leistungsträgern geführt werden und in denen sich nur noch die Mitarbeiter mit dem besten Fachwissen durchsetzen werden. Bedeutet dies das Ende klassischer Hierarchien oder gar das Chaos? „Nein“, beschwichtigt der Autor des Kursbuchs für Führungskräfte ‚Web 2.0 im Unternehmen’: „Es gibt einige Geschäftsprozesse, wo es ohne hierarchische Strukturen nicht geht. Aber gerade für die Kreativität und Innovation in den Unternehmen eröffnet Collaboration 2.0 ganz neue Möglichkeiten.“