Die Anzahl an Unternehmen die sich aktiv im Web 2.0 engagieren wächst beständig. Immer mehr Firmen erkennen die Potentiale die sich mit dem Einsatz von Social Software ergeben. Aber welche Aussichten und Möglichkeiten ergeben sich im Stadtmarketing? Schon längst sind auch Städte und Kommunen einem immer stärker werdenden Wettbewerb ausgesetzt, vor allem in der Kommunikationsarbeit buhlen öffentliche Institutionen um die Aufmerksamkeit der Zielgruppen.

In Zeiten des Web 2.0 geht es längst nicht mehr um die direkte Ansprache von regionalen und lokalen Bezugsgruppen, vielmehr spielen geografische Aspekte nunmehr eine untergeordnete Rolle. Es geht darum sich abzuheben. Besonderheiten und Vorteile ins Visier der Betrachter zu bringen. Einen Besuch für die Stadt zu Notwendigkeit zu machen. Die klassischen Medien wie Broschüren, Messen und Homepage reichen dazu längst nicht mehr aus.

Laut einer Umfrage unter den Mitgliedern der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing e.V. Deutschland (bcsd) haben mit 98 % nahezu alle Städte eine eigene Website. Erfahrungen mit Web 2.0 Plattformen haben nur 56 %, die am häufigsten benutze Plattform ist Facebook. 53 % bestätigen die große Bedeutung von Web 2.0. Die Mehrheit der befragten Städte hat also die Wichtigkeit und Chancen von Social Media für die Kommunikationsarbeit erkannt. Dagegen spricht, dass nur 1/3 der Befragten messbare Ziele hat. Was darauf hindeutet, dass keine ausgefeilte Strategie am Anfang des Web 2.0 Engagements steht. Vor allem die meist kostenfreie Nutzung der einzelnen Instrumente erhöht den blinden Aktionismus in diesem Bereich.

Dabei ist es gerade im Netz wichtig bestimmte Regeln zu befolgen. Dazu gehört zunächst das Zuhören. Meinungen, Äußerungen und aktuelle Themenschwerpunkte die über meine Stadt im Netz vorherrschen, sollten bekannt sein. Als nächstes muss die Definition der Strategie erfolgen. Ganz wichtig ist hier die Festlegung von Zielen, Zielgruppen und Inhalten. Mögliche Ressourcen sollten festgelegt werden und Richtlinien zum Umgang mit den Web 2.0 Werkzeugen erstellt werden. Natürlich sollte die Strategie auch mit den restlichen Kommunikationsaktivitäten kombiniert werden. Abschließend heißt es, sich zu engagieren. Die User erwarten Reaktionen auf Kommentare und Kritiken. Anregungen durch weitere Inhalte und Umsetzung von Vorschlägen sind hier genauso wichtig, wie Antworten auf gestellte Fragen. Transparenz ist hier der Schlüssel.

2 Kommentare bei “Web 2.0 im Stadtmarketing”

  1. Thomas Noll sagt:

    Hallo Herr Leisenberg,
    zu Ihrem lesenswerten Beitrag würde ich nochmal gerne auf das Thema „Engagement“ eingehen. Ich denke, dass die Thematik eines durch Social Media getriebenen Marketings auch ein Umdenken in der Arbeitsweise erfordert. Ich habe den Eindruck, dass die Stadtmarketing-Verantwortlichen trotz Einsatz von Web 2.0 nach wie vor an Ihren Schreibtischen kleben. Eine Veranstaltung auf der stadteigenen facebookseite zu veröffentlichen ist ja recht bequem, genauso simpel ist es eineb tweet in twitter abzusetzen. Wenn es aber darum geht mal ein eigenes Video zu drehen oder einen Podcast zu produzieren, hört das Engagement meist auf. Nicht nur das Stadtmarketingmacher kaum wissen, wie ein Video im youtube-Stil gedreht wird, Sie haben auch keine Traute sich selbst mal vor die Kamera zu stellen. Lieber wird dann für viel Geld ein Imagevideo gedreht, anstatt selbst zu zeigen, wie engagiert alle Beteiligten sind und welchen Spaß sie mit ihrer Stadt haben. Wäre doch klasse, wenn in einem Video mal gezeigt wird, wie eine Stadtführung aussieht und was es spannendes zu sehen gibt. Hier fehlt also auch sowas wie die Faktoren Mut, Athentizität und Spaß an audiovisuellen Medien.

    Viele Grüße

    Thomas Noll – Der Internet-Redakteur

  2. Sina Aukamp sagt:

    Das gleiche konnte ich auch schon beobachten. Während nahezu alle Städte die mit Social Media Werkzeugen arbeiten, auf Facebook und Twitter setzen, kommen Plattformen wie YouTube oder podster einfach zu kurz. Das lässt sich aus der Sichtweise der Verantwortlichen auch einfach begründen: Im Vergleich zu Sozialen Netzwerken oder Microblogs, wo die Einstiegshürden überschaubar sind, wird für die Erstellung eines Podcast oder eines Videos doch ein gewisses technisches und auch kreatives Know How benötigt. Es muss auch hier Geld investiert werden, beispielweise um die technischen Grundlagen bereitstellen zu können. Das hält viele Beauftragte der Öffentlichkeitsarbeit noch davon ab sich in diesen Bereichen des Web 2.0 aktiv zu tummeln. Dabei sehe ich es genauso wie sie: Ein eigens produziertes Video für Youtube, via Twitter und anderen Netzwerken in Umlauf gebracht, erreicht die gewünschte Zielgruppen besser, als ein Imagevideo, wohl noch unauffällig auf der eigenen Homepage platziert. Hoffen wir, dass die Beauftragten schnell den Mut finden sich auch auf andere Art und Weise im Netz zu präsentieren.

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