Messung, Darstellung, Simulation und Bewertung der vielfältigen Beziehungen innerhalb sozialer Netze ist Ziel der Social Network Analysis (SNA). Für die Markt- und Wettbewerbsanalyse kann sie interessante Informationen liefern zu:

• Kooperationsbeziehungen, z.B.: Wer entwickelt mit wem ein innovatives Produkt?
• Kommunikationsbeziehungen, z.B.: Wer beeinflusst wessen Meinungsbildung oder Kaufentscheidung?
• Formellen Beziehungen, z.B.: Wer investiert in welches Unternehmen?
• Wirtschaftlichen Beziehungen z.B.: Wer ist wessen Geschäftspartner?

Von Nutzern erzeugte Netzdaten, die zuvor automatisch erfasst und normalisiert in Datenbanken abgelegt wurden, werden durch spezielle Werkzeuge statistisch analysiert und als Beziehungsgraph visualisiert. Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß die nichtinteraktive Erfassung der Mitgliederprofile einiger großer sozialer Netze einschließlich der dazugehörigen Relationsmatrizen, allein durch inkrementelle Adreßerzeugung möglich ist. Die am Markt erhältlichen SNA- Werkzeuge fassen die Analyseergebnisse übersichtlich zusammen, indem sie Kontaktbeziehungen offen legen, Opinion Leader ermitteln, Kontakthäufigkeiten darstellen oder die für die Entwicklung eines „Themas“ maßgeblichen Threads zeigen.

Für das Social Media Monitoring kommen als Datenquellen neben den hier im Mittelpunkt stehenden Inhalten aus sozialen Netzen, Blogs, Foren oder Meinungsportalen auch klassische Unternehmens- und Nachrichtenportale oder dedizierte On- und Offline- Datenbanken in Frage. Integrierte kommerzielle Social Media Monitoring- Dienste bieten effiziente Verfahren zur dezentralen Selektion und Erfassung der Quellen, deren Vorverarbeitung, Speicherung und Analyse sowie der Darstellung der Ergebnisse an. Dabei greifen unterschiedliche Technologien ineinander: Spezialisierte Agenten holen zunächst dezentral vorverarbeitete Daten aus dem Web. Darauf folgen maschinelle Textalysen mit Methoden der Statistik oder der Künstlichen Intelligenz. Häufig werden hierbei verschiedene Sprachen berücksichtigt und es können auch Stimmungen detektiert werden. Die automatisierten technischen Verfahren werden dabei bei Bedarf durch Untersuchungungen, die Spezialisten per Hand ausführen, ergänzt. Die strukturierte und übersichtliche Präsentation der Analyseergebnisse schließt die Prozesskette ab.

Was kann man mit Social Media Monitoring erreichen:

• Außenwirkung ermitteln: In Erfahrung bringen, wer wie über das Unternehmen und seine Produkte in den Netzen spricht.

• Word of Mouth Analyse: Gibt es für Produkte, Dienstleistungen, Unternehmen gute oder schlechte Mundpropaganda? Worüber diskutiert der Kunde in den sozialen Netzen, wie bewertet er Unternehmen oder Produkte und wie hoch ist die Weiterempfehlungswahrscheinlichkeit?

• Meinungsführer kennen lernen: Meinungsführer in Netzen, Blogs und Foren können automatisiert ermittelt werden. Die Nutzung des Missverhältnisses zwischen der Anzahl von Content -Produzenten und -Konsumenten für das Marketing wird hierbei bei Kenntnis der Meinungsführer effektiv möglich.

• Issues Management: Entscheidungsprozesses können Unternehmen effektivierer gestalten durch rechtzeitige Integration von Stakeholder- Informationen aus den sozialen Netzen. Die zeitnahe Ermittlung wichtiger Themen der jeweiligen Branche oder deren emotionale Besetzung sind typische Monitoring- Funktionen.

• Platzierung von Werbung prüfen: Systematisches und automatisiertes Testen von Reaktionen in den Netzen ermöglicht eine verbesserte Werbewirkungsanalyse.

• Zeitnahe Trendanalyse: Auf Basis der künstlichen Intelligenz lassen sich Trends im Zeitverlauf verfolgen.

• Analyse des Wettbewerbes: Wie ist die Wahrnehmung meiner Produkte im Vergleich zu denen der Wettbewerber? Beobachtung der Aktivitäten des Wettbewerbers innerhalb von Web2.0 – Anwendungen.