Chefs mit langem Atem, die bereit sind, Zeit und Geld zu investieren, um Neues auszuprobieren. Mitarbeiter, die sich trauen und die sich engagieren und die sich auf etwas einlassen. Und nicht zu vergessen: Kunden, die am Ende des Tages von dem Ganzen sogar noch profitieren. Das braucht ein Unternehmen, um sich an die „Große Unbekannte“ zu wagen: Enterprise 2.0.

Was hinter diesem Begriff steckt, lässt sich in einem Satz erläutern: Interaktive Social Software aus dem Web 2.0, angepasst auf ein Unternehmen. Ein Bereich der Internet- und Softwarebranche, der viel versprechend ist und bislang kaum ausgereizt zu sein scheint. Eine der ersten Firmen, die sich getraut haben, ist Westaflex. Das Familienunternehmen zählt zu den Marktführern auf dem Gebiet von Produkten der Luft-, Klima- und Abgastechnik – und es ist klar im Vorteil: Jan Westerbarkey, Westaflex-CEO,  ist mit dem Web 2.0 und seinen typischen Anwendungen wohl vertraut – da war der Gedankensprung „was privat Spass macht und klappt, kann auch für das Unternehmen funktionieren“ nicht allzu fern. Mit viel persönlichen Engagement, Ausdauer und Verständnis entwickelte Westerbarkey in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern Web 2.0-Werkzeuge, die genau auf die Bedürfnisse des Personals und auf die dem Betrieb eigene Struktur zu geschnitten sind. Ein Höchstmaß an Offenheit und Transparenz bieten den optimalen Nährboden für ein funktionierendes soziales Netzwerk innerhalb des Unternehmens. Ein Firmen-Wiki (WestaPedia) sichert das Teamwissen auch über die Zeit der Firmenzugehörigkeit hinaus, das hauseigene Twitter (WestaTwit) löst den E-Mail-Verkehr ab und der offen zugängliche Newsroom bietet Raum für Fotos, Videos und Blogbeiträge.

Westaflex hat durch die E 2.0-Lösungen eine neue Unternehmenskultur geschaffen – die entwickelten und angewandten Tools sind kein verzweifelter Versuch auf der Web 2.0-Welle mitzuschwimmen, sondern ein gelungenes Projekt aller Mitarbeiter, das die Eigeninitiative und die Identifikation mit dem Unternehmen fördert.

Im Buch wird der Praxis-Case Westaflex sehr  ausführlich dargestellt.

Ein Kommentar bei “Mutige Unternehmen profitieren”

  1. JWD sagt:

    Es liegt in den Genen des typischerweise stark familiengeprägten, westfälischen Mittelstands sich selbst nicht so prominent und berühmt zu finden…., so dass wir uns lange Zeit nicht vorstellen konnten/wollten wirklich “so weit vorne” mit unserem westapedia zu sein.

    Und das kam so: Natürlich ist für ein produzierendes Unternehmen die Warenwirtschaft oder ERP genannt, DIE zentrale Software-Anwendung. So integrieren seine vielen Module, wie etwa FiBu oder Auftragsabwicklung sind, so wenig Im- und Export-Schnittstellen bietet sie für jede Form “mitgeltender Unterlagen”. Dies können Telefon-Notizen, Außendienst-Berichte, Rohstoff-Testate oder CAD-Zeichnungen sein. Und hier liegt die Herausforderung für immer variantenreichere Produkte, Musterbau und vermehrtes Projektgeschäft, neben dem klassischen Katalogprogramm…. wir hatten immer mehr Daten, aber immer weniger Informationen, geschweige denn Lerneffekte aus Projekten.

    Insellösungen entstanden, die keinesfalls Abteilungs-übergreifend, geschweige denn Kunden-Lieferanten-Standorte-integrierend waren.

    Ein “Hilferuf” in Form eines betrieblichen Vorschlags, zahlreiche Teamsitzungen und Prototypen folgten.

    Das Ergebnis kann sich sehen lassen: eine einheitliche Oberfläche, die jegliche Anwendungen und Datenbank-Auswertungen integriert und Information schafft statt zu erneuter Dateneingaben nötigt (keine Insellösung).

    Gleichzeitig vollständig auf OpenSource Elementen basierend und als Quellcode lizenzfrei von Westaflex erhältlich, um mit weiteren Firmen/Anwendern langfristig zu optimieren….

    Die Ideen aus teilweise Web 2.0 Insellösungen, wie etwa Twitter Caht wurden nachgebildet und verbessert u.v.a.m..

    Wir könnten uns “ein Leben ohne westapedia” gar nicht mehr vorstellen. Und möchten im Buchprojekt Vorteile der Nutzung in Effizienz und Mitarbeiter-Motivation aufzeigen, sowie dem klassischen (westfälischen) Mittelstand damit Mut machen – siehe oben….

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